Lärmaktionsplanung

Im November 1996 hat die Europäische Kommission die Grundlagen für die Europäische Richtlinie zur Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm geschaffen. Diese ist im Juni 2002 in Kraft getreten. Die Umsetzung in deutsches Recht erfolgte durch eine Änderung bzw. ein Hinzufügen der §§ 47a-f im sechsten Teil des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG). Mit der Umsetzung der Richtlinie sollen schädliche Auswirkungen, einschließlich Belästigungen durch Umgebungslärm verhindert, ihnen vorgebeugt oder sie wenigstens gemindert werden. Die EU-Richtlinie sieht zum Erreichen dieser Ziele eine mehrstufige Erfassung des Umgebungslärms (Lärmkartierung), die Information der Öffentlichkeit sowie eine auf den Ergebnissen der Lärmkartierung aufbauende Planung zur Lärmminderung mit Vorschlägen zu geeigneten Maßnahmen (Lärmaktionsplanung) vor. Im Rahmen dieser Entscheidungsfindung sind Beteiligungsschritte der Öffentlichkeit vorgeschrieben. In Rheinland-Pfalz sind die Städte, Verbandsgemeinden und verbandsfreien Gemeinden für die Aufstellung der Lärmaktionspläne zuständig, die Lärmkartierung für Kommunen unter 80.000 Einwohner wurde vom Land Rheinland-Pfalz vorgenommen.

In der 1. Stufe wurden Lärmkarten für Ballungsräume mit mehr als 250.000 Einwohnern, sowie für Hauptverkehrsstraßen mit mehr als sechs Mio. Kraftfahrzeugen im Jahr und Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 60.000 Zügen pro Jahr erstellt. Ebenso wurden Lärmkarten für Großflughäfen erstellt.

Mit Ausnahme einer geringen Betroffenheit im Bereich der A 650 – Übergang Ortsgemeinde Ellerstadt zur Akaziensiedlung - wurden in der ersten Stufe keine weiteren Bereiche festgestellt.

Der Lärmaktionsplan sowie die dazu gehörende Kartierung sind alle 5 Jahre zu aktualisieren.

Als Fortschreibung sind die Lärmaktionspläne zur 2. Stufe der Lärmkartierung aufzustellen bzw. Ergebnisse aus der 1. Stufe zu überprüfen und ggf. zu aktualisieren.

In der 2. Stufe werden alle Hauptverkehrsstrecken mit einer Verkehrsmenge von mehr als drei Mio. Kraftfahrzeugen pro Jahr, alle Haupteisenbahnstrecken von mehr als 30.000 Zügen im Jahr, Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnern und Großflughäfen kartiert.

Hieraus wird ersichtlich, dass bereits die Hälfte an Verkehrsaufkommen ausreicht, um unter die Erfassung durch die Lärmaktionsplanung der 2. Stufe zu fallen. Damit wurden die Untersuchungsgebiete nochmals neu abgesteckt.

In der Verbandsgemeinde Wachenheim sind von der Erfassung betroffen:

1.   Die Bundesautobahn A 650 (östliche Grenze der Verbandsgemeinde Maxdorf bis zum Beginn der B 37)

2.   Die B 37 von der L 527 bis zum Beginn der Ortsgemeinde Friedelsheim

3.   Die B 271 in Höhe der Stadt Wachenheim von der südlichen Gemarkungsgrenze Richtung Forst bis zur nördlichen in Richtung Bad Dürkheim

4.   Die L 527 in Höhe der Akaziensiedlung 

Im Bereich der Verbandsgemeinde Wachenheim liegen keine Haupteisenbahnstrecken sowie Großflughäfen.

 Nach der erfolgten Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit kommt das mit der Durchführung des Verfahrens beauftragte Ingenieurbüro Modus Consult in seinem Endbericht vom August 2014 zu folgendem Ergebnis:
Im Gebiet der Verbandsgemeinde Wachenheim wurden aufgrund der Lärmkartierung für die Autobahn A 650, die Bundesstraßen B 37 und B 271 und die Landesstraßen L 516, L 525, L 526 und 527 keine Lärmprobleme festgestellt. Die Verbandsgemeinde befindet sich im ländlichen Raum, weitere Hauptlärmquellen liegen nicht vor.

Im Gebiet der Verbandsgemeinde Wachenheim werden keine Maßnahmen zur Lärmminderung in den nächsten 5 Jahren geplant, da keine relevanten Lärmbelastungen aufgrund der Lärmkartierung 2012 festgestellt wurden. Im Gebiet der Verbandsgemeinde Wachenheim befinden sich nur die Korridore der Straßenachsen, die von Verkehrslärm betroffen sind, eine weitergehende Planung für „ruhige Gebiete“ ist deshalb nicht erforderlich.

Die Öffentlichkeit wird hiermit über das Ergebnis informiert. Die Lärmaktionsplanung mit der entsprechenden Lärmkartierung kann auch bei der Verbandsgemeinde Wachenheim eingesehen werden.

Allgemeine Informationen zum Thema Umgebungslärmrichtlinie und zur Lärmaktionsplanung finden Sie auch unter www.umgebungslaerm.rlp.de.

Lärmaktionsplanung - Endbericht